Webcam-Bausatz mit Canon EOS 1100D

Wetterstation Wölfersheim. Die Technik.

Wie werden die Wetterdaten gemessen? Wie verlässlich sind die aufgezeichneten Werte? Kann man die Werte mit offiziellen Stationen des Deutschen Wetterdienstes vergleichen? Und wie kommen die Daten überhaupt auf diese Webseite? Diese und mehr Fragen werden hier im Technikbereich beantwortet.

Selbstbau mit DSLR Die Webcam.

Für mich war von anfang an klar, dass diese Webseite erst dann komplett sein wird, wenn neben der Wetterstation auch noch eine Webcam angebracht ist mit der man die aktuellen Live-Bilder vom Wetter aus Wölfersheim von überall auf der Welt aus sehen kann.

Doch welche Kamera ist dafür am besten geeignet? Mit dieser Frage quälte ich mich einige Zeit herum. Als begeisterter Hobbyfotograf hatte ich nämlich ziemlich genaue Vorstellungen, was die Qualität der Bilder angeht. Doch irgendwie lieferte keine handelsübliche Outdoor-Webcam auch nur annähernd die Qualität, die mir vorschwebte, selbst die im vierstelligen Euro-Bereich nicht. Der Grund dafür ist einfach: sie sind allesamt für Video-Überwachung ausgelegt. Ich wollte aber kein Videosignal, sondern einzelne Bilder, im Idealfall jede Minute eines.

So stieß ich schließlich auf die Seite foto-webcam.eu mit einer Anleitung zum Webcam-Selbstbau: eine Spiegelreflexkamera für beste Bildqualität und ein günstiger UMTS-Router als Steuerrechner für die Kamera. Das ganze dann noch in ein wasserfestes Gehäuse gepackt und fertig ist die Foto-Webcam mit bester Qualität. Und sie ist - verglichen mit guten Outdoor-Cams - noch nicht einmal teurer. Insgesamt 580,- EUR hat mich die Webcam Marke "Eigenbau" gekostet, wobei einige Euros davon Lehrgeld waren.

Canon EOS 1100D

Als Kamera habe ich eine Canon EOS 1100D* ausgesucht. Die passt aus mehreren Gründen hervorragend, denn erstens bin ich ein Canon-Fan und habe auch sonst nur Kameras von Canon, zweitens wollte ich nicht extrem viel Geld ausgeben, deshalb auch mit der 1100D das günstigste Einsteigermodell und drittens ist das Firmware-Image für den Kamerarechner, was es bei foto-webcam.eu dankenswerter Weise zum Download gibt, schon komplett auf dieses Kameramodell zugeschnitten.

Geeignet ist aber grundsätzlich jede Kamera, die von dem Linux-Tool gphoto2 unterstützt wird. Eine Liste der Kameras findet man hier. Auch bei der Wahl der Objektive ist man natürlich ziemlich frei. Ich habe mich aus Kostengründen für das Kit mit dem 18-55mm/3.5-5.6 III entschieden. Da die 1100D inzwischen teurer ist als ihr Nachfolger, würde ich eher zur aktuellen Canon EOS 1200D* raten bzw. mittlerweile gibt es sogar schon einen weiteren Nachfolger, die Canon EOS 1300D*.

TP-Link TL-MR3020

Bei dem TL-MR 3020 von TP-Link* handelt es sich eigentlich um einen kleinen 3G/4G WLAN-Router, der dafür gedacht ist, eine Internetverbindung über einen Surfstick mehreren Nutzern zur Verfügung zu stellen. Die Hardware bringt aber alles mit, was man zur Fernsteuerung einer Kamera und die Weiterleitung des Bildes benötigt: USB- und LAN-Anschluss sowie ausreichend Speicher und CPU-Leistung. Außerdem gibt es mit der Software OpenWRT die Möglichkeit, das Gerät zu flashen und mit einem kleinen schlanken Linux-System auszustatten.

Wer sich damit nicht sonderlich gut auskennt, der kann auf foto-webcam.eu ein komplettes Image herunterladen, was er einfach im Konfigurationsbereich des Routers als Firmware-Update einspielen kann. Die Scripte sind fertig und müssen nur minimal angepasst werden. Ein bisschen Linux- und Programmierkenntnisse sollte man aber schon mitbringen.

TP-Link TL-PoE150S

Die Kamera und der Steuerrechner wollen natürlich mit Strom versorgt werden, außerdem müssen die Daten der Kamera auch per LAN übertragen werden können. Um nicht mehrere Kabel zur Kamera und in das Gehäuse verlegen zu müssen, habe ich mich für eine Power-over-Ethernet-Lösung entschieden. Der Injektor von TP-Link* speist den Strom in ein LAN-Kabel ein, der Trendnet-Splitter trennt auf der anderen Seite dann wieder den Strom und die Daten voneinander. So reicht ein einziges LAN-Kabel für den Betrieb der Selbstbau-Fotowebcam aus.

Trendnet TPE-114GS

Der PoE-Splitter von Trendnet* trennt den Strom und den Datenkanal voneinander, ein Ausgang stellt die Verbindung ins heimische Netzwerk zur Verfügung, der andere liefert den Strom. Dieser wird auf 7,5 Volt eingestellt für die Stromversorgung der Canon-Kamera. Da für den MR3020-Steuerrechner allerdings nur 5 Volt benötigt werden, muss man noch einen Spannungsregler einbauen, der dann die 7,5 Volt in 5 Volt umwandelt. Hierfür muss man allerdings ein bisschen was löten.

LM7805, Kondensatoren, Dioden, etc.

Damit man sowohl 7,5 Volt (für die Kamera) als auch 5 Volt (für den Steuerrechner) zur Verfügung hat, muss man noch einen Spannungsregler einbauen. Ich habe mir dafür bei Conrad Eletronic einen LM7805 bestellt sowie zwei Kondensatoren und eine Diode und habe das dann gemäß dieser Anleitung zusammengelötet.

An die 7,5 Volt habe ich noch einen kleinen Lüfter angeschlossen, der dafür sorgen soll, dass die Scheibe nicht so stark beschlägt. Die Luxus-Variante wäre, wenn man noch eine Heizung einbaut, aber dann bräuchte man auch noch eine Schaltung, die dafür sorgt, dass die Heizung aus ist, wenn die Kamera gerade ein Bild macht, da es sonst zu einer Überlastung des Injektors kommen kann.

Rittal Klemmengehäuse

Das Klemmengehäuse PK 9522.000* von Rittal bietet ausreichend Platz für die Kamera, die Steuereinheit und die restliche Elektronik und ist zudem mit der Klassifizierung IP66 für den Außeneinsatz hervorragend geeignet.

Wie man das ganze in das Gehäuse einbaut, bleibt jedem selbst überlassen. Ich habe es hochkannt genommen, andere nehmen es quer. Je nachdem, was man alles verbauen will und wo man es installieren will, macht das eine oder das andere mehr Sinn.

 

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